History des Jugendclubs KALLERS

Wenn man heutzutage einen zwischen 40 und 50-jährigen gebürtigen Eriskircher nach dessen Ausgehmöglichkeiten zu seiner Jugendzeit befragt, fällt diesem nur ein Treffpunkt für Jugendliche ein: Der Club. So hieß das Kallers nämlich vor gut 30 Jahren.

Die Geschichte des Jugendclub Kallers reicht bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein, genauer gesagt bis ins Jahr 1972. Damals bemühte sich der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Mariabrunn Raimund Rau um Räumlichkeiten, um eine aktive Jugendarbeit zu betreiben. Nach anfänglicher Skepsis durch die damaligen Verantwortlichen stellte die Gemeinde Eriskirch im Keller der “alten Schule Mariabrunn” geeignete Räume zur Verfügung. Schnell etablierte sich eine damals in der ganzen Umgebung einmalige, weil unbekannte Jugendarbeit, der Jugendclub Mariabrunn. Nach Aussage von damaligen Besuchern waren die Räumlichkeiten praktisch jeden Tag geöffnet, von Gruppenstunden religiöser Art bis zu Theatergruppen über Musikdarbietungen war alles vorhanden. Im Laufe der Zeit wurde die den Jugendlichen eingeräumte Freiheit zunehmend mißbraucht. Ende der siebziger Jahre und Anfang der Achtziger Jahre wurden der Jugendclub zu einem Treffpunkt für die Punkerszene mit allen dazugehörigen Folgen. Die eigentlich Interessierten sprangen ab und überließen den neuen “Besuchern” notgedrungen das Feld. In den Achzigerjahren musste daher der Jugendclub , nachdem die Zustände zu schlimm wurden, schließen. Gegen Ende der Achtziger Jahre versuchte die damalige Gemeindereferentin den Jugendclub wieder zu beleben, diesmal unter dem Namen Teestube, dies war aber nur von kurzer Erfolgsdauer.

Wiederum war es Pfarrer Rau mit einigern Kirchengemeinderäten, die 1993 dafür sorgten, dass sich eine neue Jugendarbeit etablieren konnte. Im September 1993 öffnete der Jugendclub nunmehr Jugendclub Teestube wieder seine Pforten. Anfangs litt das Leitungsteam bestehend aus Markus Bentele, Christian Fischer, Markus Möller, Christian Sailer, Jörg Sailer, und Jochen Vogtherr unter der finanziellen Not, mangelnden Besucherzahlen, dem schlechten Zustand der räume und dem immer noch vorhandenen schlechten Ruf. Nach und nach gelang es dieses Probleme zu beseitigen. Von privater Seite fanden sich Spender, die Gemeinde Eriskirch und die Kirchegemeinden richteten Etats ein, die Räume konnten stückweise renoviert werden. Auch die Besucherzahlen stiegen.

Ab 1995 wurde das Team erweitert, in den Jahren 1995 bis 1998 stießen Volker Baierl, Daniel Käppeler, Martin Klein, Karin Lautenschläger, Mathias Heilig, Caroline Lenz, Thomas Novoszel, Norbert Schöllhorn und Mathias Weber hinzu, die Neugründungsmitglieder schieden bis Ende 1997 aus.

Das neue Team konnte auf einer breiten Besucherbasis aufbauen. Es verbesserte die Räumlichkeit weiter, vor allem erweitere es das Programmangebot erheblich, unter anderem durch deutlich mehr Partys. In dieser Zeit gewann die Arbeit des Jugendclub Teestube deutlich an Ansehen in Eriskirch und Umgebung. Aus diesem Grund beschloss der Gemeinderat auf Vorschlag des Bürgermeisters eine Erweiterung der Räumlichkeiten durch die nunmehr freigewordenen ehemaligen Asylbewerberunterkünfte auf nahezu die doppelte Größe und eine umfassende Sanierung der bestehenden Räumlichkeiten. Immer wieder verzögerten sich jedoch die Pläne, da die neu zu nutzenden Räume nicht frei wurden. 1998 wurde das Team wiederum erheblich verjüngt. Mit Manuela Baltes, Andrea Beck, Patrick Buhmann, Martin Heilig, Andreas Klein, Carsten Münch, Melanie Novoszel trat ein engagiertes Team auf den Plan, das noch parallel zu den oben genannten Personen die Arbeit weiterführte. Ab November 1998 schloss die Teestube ihre Pforten und der lange gewünschte Umbau begann. Unter erheblicher Mitarbeit und unter anderem mit eigenen finanziellen Mitteln gelang eine völliger Umbau der Räumlichkeiten und Einrichtungen. Am 08.Mai 1999 konnten die neuen Räumlichkeiten durch Pfarrer Rau und Bürgermeister Spieth eingeweiht werden. Das neue Team übernahm die Arbeit nunmehr vollständig, und erweitere auch das Angebot. Nunmehr fand wöchentlich auch eine Veranstaltung für die kleineren Jugendlichen statt.

Der Jugendclub Teestube war von nun an jedoch weitgehend bekannt, nur die Besucherzahlen sanken von Jahr zu Jahr drastisch. Das Ziel des Teams, alle Altersgruppen anzusprechen, erwies sich als sehr schmaler Grat zwischen Kindergeburtstag für die einen und Erwachsenenparty für die anderen. 8 Parties wurden pro Jahr veranstaltet, zusätzlich noch verschiedene Events wie Beachvolleyballturnier, Kickerturnier, Skatturnier, Dartturnier, Gottesdienste, Konzerte, etc. Die Jugendlichen des Teestubenteams waren sehr bemüht, den jungen Leuten in Eriskirch ein breites Angebot an Freizeitbeschäftigungen zu bieten. Jedoch wurden vor allem die Parties meist von negativen Schlagzeilen überschattet (wie z.B. Lärmbelästigung, Schlägereien). Dies machte sich natürlich nicht nur dadurch bemerkbar, dass die Teestube öfters auf der Tagesordnung des Gemeinderats stand, sondern es fanden auch immer weniger Leute den Weg in den Eriskircher Jugendclub. Die Räumlichkeiten wurden zunehmend vernachlässigt und nicht mehr mit der nötigen Sorgfalt behandelt. Kritik von allen Seiten machte sich breit.

Schließlich hat sich das Team des Eriskircher Jugendclubs Teestube (das sich in den Jahren von 1999 bis dato immer nur um einzelne Personen veränderte, jetziges Team: siehe Teammitglieder) Mitte des Jahres 2005 das Ziel gesetzt, den Jugendraum an der Mariabrunner Kirche komplett neu herzurichten und somit für jedermann interessant zu gestalten. Alles begann mit einem riesigen Großputz. Alle Gegenstände wurden ausgeräumt, die nicht mehr gebräuchlichen auf die Müllhalde gebracht und die noch zu verwendenden, jedoch für die Teestube nicht mehr gebräuchlichen Sachen verschenkt. Als der Jugendclub dann vor Sauberkeit nur so glänzte, alle defekten Lichtanlagen wieder funktionierten und sämtliche Schrauben festgezogen waren, widmete sich das Team der farblichen Gestaltung. Durch Beratung einiger Fachmänner (wie z.B. Architekt Martin Klein, Sprayer Antonis Schley –> Vielen Dank) konnten Wände, die es nötig hatten, neu verputzt, die richtige Farbwahl getroffen und somit die Grundlagen für einige arbeitsintensive Wochen für die Truppe geschaffen werden. Von nun an galt die Konzentration dem Streichen. Viele viele Stunden verbrachten die Jugendlichen in ihrem gemeinsamen Projekt, wobei sich während der Arbeitszeit einige prominente interessierte Gäste (z.B. Herr Bürgermeister Spieth, Herr Dr. Klein) die Ehre gaben, sich das ganze mal anzuschauen. In einem waren sie sich alle einig: Durch diesen Elan und diese Einsatzfreude jedes Teammitgliedes bzw. Ex-Mitgliedes (Andi, Steffe, Hertha, Patrick etc. –> Vielen Dank auch nochmal an euch) werden die Eriskircher noch viel Spaß an dem Jugendclub Teestube haben. Nach ein paar Wochen konnte schließlich auch der Punkt Streichen abgehakt werden. Von nun an wurden alle abmontierten Gegenstände wieder angebracht und es konnten Kleinigkeiten und Feinheiten besprochen werden.

Nur der letzte Feinschliff, wie z.B. die abschließende Reinigung, lagen noch vor den aufstrebenden Jugendlichen. Das Team zog schließlich auch in Erwägung, unter einem neuen Namen den Jugendclub zu eröffnen, was natürlich auch einen schmalen Grat zwischen Geschmack des Teams und der Öffentlichkeit nach sich zieht. Auf diesen neuen Namen hat man sich mit Zustimmung vieler Außenstehender letztendlich trotzdem geeinigt: Die Teestube hieß ab dem 23.12.05 (Tag der offenen Tür) Club Kallers. Der Hintergrund dieses Namens sind erstens die neue, farbenfrohe Gestaltung der Räumlichkeiten (abgeleitet von Colours = (engl.) Farben) und zweitens die deutsche Schreibweise, weil diese nach Ansicht des Teams sympathischer und einzigartiger erscheint. Nach dem Motto “Nomen est Omen” erhofft sich das Kallers-Team natürlich auch durch den neuen Namen einen Aufschwung und einen Imagewechsel, ist sich aber auch bewusst, dass dieser nicht allein die erwünschte Resonanz erbringt, just nach dem Motto “Namen sind Schall und Rauch”. Aber da die motivierten jungen Erwachsenen den kompletten Club erneuerten, machte man sich im Lager des Club Kallers darüber keine Sorgen. Man hat schließlich alles mögliche dafür getan, um die Menschen zu locken und kann ja schließlich nur hoffen, dass sich einige das Ganze einfach mal anschauen und dann auch öfters kommen wollen. Es folgte schließlich am 26.12.05 die traditionelle X-Mas-Party, die zum absoluten Riesenerfolg wurde, der bis dato in dieser Form noch nie vorgekommen war. Dies war schließlich der Anfang der Belohnung für die harte Arbeit, die in diesem Club steckt.

Es hat Riesenspass gemacht, sich so für die Jugendarbeit in Eriskirch einzusetzen und den Raum, der für ALLE Jugendliche im ganzen Umkreis zugänglich sein sollte, so zu gestalten, dass er wirklich für jede Altersgruppe einen Treffpunkt bieten soll. Wir hoffen, dass von nun an alle Jugendlichen den Weg in diesen wunderbaren Jugendclub finden werden.

Das Team will sich an dieser Stelle nochmals bei allen, die zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen haben, bedanken.